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Ressort Wirtschaft
Erschienen am 28.07.2010 10:57
Arbeitskosten
Personal im Osten fast ein Drittel billiger

Wiesbaden - Auch rund 20 Jahre nach der Wiedervereinigung klaffen die Personalkosten in Ost- und Westdeutschland gewaltig auseinander. Der Preis für eine geleistete Arbeitsstunde liegt im Osten 27,9 Prozent unter Westniveau, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden auf Grundlage von Daten aus 2008 mitteilte.

Demnach liegen die Durchschnittskosten einer Arbeitsstunde im Osten bei nur 21,09 Euro und im Westen sieben Euro höher (28,09 Euro).

Das größte Gefälle besteht in der Industrie, wo die Arbeitgeber im Osten sogar 40 Prozent weniger pro Arbeitsstunde zahlen müssen. Jedoch müsse berücksichtigt werden, dass in Westdeutschland deutlich mehr große Industrieunternehmen zu finden sind - und dort kostet Arbeit in der Regel erheblich mehr als in kleinen Industriebetreiben.

Im öffentlichen Dienst hingegen ist der Abstand mit 7,7 Prozent am geringsten. Dort zeigt sich den Statistikern zufolge, dass sich die Tarife in Ost und West nach der Wende allmählich angeglichen haben.

Wie die Statistiker erklärten, entfallen drei Viertel der Personalkosten auf die Löhne. Das übrige Viertel besteht aus Posten wie Sozialbeiträgen, betriebliche Altersvorsorge, Abfindungen, Altersteilzeit und die berufliche Aus- und Weiterbildung. Nicht mit einberechnet werden beispielsweise Kosten für die Ausstattung eines Arbeitsplatzes - etwa im Büro - oder die Produktivität der Arbeiter.

Deutschlandweit am teuersten ist die Arbeit in den Bereichen Erdöl- und Erdgasgewinnung - dort fallen pro Arbeitsstunde 55,28 Euro an. Es folgt die Luftfahrtbranche mit 53,50 Euro. Die hohen Kosten seien vor allem mit vielen hochqualifizierten und dementsprechend teuren Jobs zu erklären - etwa mit Ingenieuren oder Piloten.

Am Ende der Liste stehen die Wach- und Sicherheitsdienste mit deutschlandweit im Schnitt 13,32 Euro pro Stunde, und die Gastronomie mit 13,86 Euro. Auch Hausmeister, Gebäudereiniger, Garten- und Landschaftsbauer kosten mit 13,89 Euro pro Stunde wenig.

Die Berechnung der Kosten für Arbeitnehmer sind diesmal erstmals nach europaweit einheitlichen Standards erfolgt. (dpa)

 
 

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