Erfurt - Die bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Montag erstmals auf Thüringen übergegriffen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi legten rund 650 Beschäftigte aus Stadtverwaltungen, Kasernen, Kindergärten und dem Theater Erfurt zeitweise ihre Arbeit nieder.
Schwerpunkte waren Erfurt, Gotha und Gera. Weitere Aktionen gab es in Mühlhausen, Suhl und Eisenach. Die Gewerkschafter warfen den Arbeitgebern eine Verweigerungshaltung vor, da sie bislang noch kein Angebot vorgelegt hätten. Sie selbst fordern fünf Prozent mehr Lohn für die Angestellten von Bund und Kommunen.
«Wer Geld genug hat, Steuergeschenke an Hoteliers zu verteilen, hat auch Geld genug für den öffentlichen Dienst», sagte der
Landeschef des Beamtenbundes, Helmut Liebermann, laut Mitteilung bei einer Kundgebung in Erfurt. Weitere Aktionen sind in Thüringen vorerst nicht geplant, die Verhandlungen gehen am Mittwoch in die dritte Runde.
Für die Beschäftigten sei es der erste Ausstand und mit Ängsten verbunden, hatte Verdi-Sprecherin Corinna Hersel noch am Morgen erklärt. «Vor allem die Mitarbeiter aus den Stadtverwaltungen sind noch eine Hürde für uns.» Die meisten würden den Unmut der Bürger fürchten und seien verunsichert. Es gehe den Mitarbeitern im öffentlichen Dienst nicht primär um die fünf Prozent mehr Geld, sondern vor allem um verbesserte Arbeitsbedingungen. In Thüringen würden rund 33.680 Beschäftigte im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen von einem Abschluss profitieren. (dpa)

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