Arnstadt - Die Ankündigung der Südthüringer Industrie- und
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Wie das gelingen soll, ist allerdings auch nach dem gestrigen Gespräch von Machnig mit den IHK-Experten offen. Entgegen der vollmundigen Ankündigung stellte der Minister allenfalls einen Fahrplan vor, wie und bis wann jene Strategie erarbeitet wird. Ihre Ankunft kündigte er zum Jahresende 2010 an.
Damit freilich befindet sich der umtriebige Minister, der seit seinem Amtsantritt vor vier Monaten nahezu alles auf den Prüfstand stellt, in Übereinstimmung mit dem Koalitionsvertrag. Die Arbeitsgrundlage der CDU-SPD-Landesregierung sieht vor, die Tourismuskonzeption bis Jahresende weiterzuentwickeln. Das mutet ziemlich langwierig an, da weitere Zeit vergehen dürfte, bis neue Strukturen arbeitsfähig sind. Erst recht, weil die bisherigen offenbar nicht für die Zukunft taugen.
"Wir brauchen eine Neupositionierung, wir brauchen eine Überprüfung der Strukturen, wir brauchen neue Schnittstellen und eine klare Aufgabenverteilung, die es bisher nicht gab", sagte der Minister. Mehr neben- als miteinander werkelten die landeseigene Thüringer Tourismusgesellschaft (TTG) sowie diverse regionale Anbieter, darunter der Regionalverbund Thüringer Wald, vor sich hin. Doch der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: 9,4 Millionen Übernachtungen wurden für 2009 registriert. In diesem oder dem nächsten Jahr will Machnig die Zehn-Millionen-Marke knacken.
Nun sei es beim Thüringer Tourismus wie bei einem Orchester, in dem zu klären ist, wer welche Aufgabe übernimmt, sagte der Minister. Um anschließend die alles entscheidende Frage anklingen zu lassen: "Wer ist der Dirigent des Orchesters?". Dem Minister zufolge war er sich mit den drei Industrie- und Handelskammern einig, dass eine zentrale Einrichtung auf Landesebene gebraucht wird.
Dafür kann nur die Tourismusgesellschaft in Frage kommen. Bereits der Koalitionsvertrag, an den Machnig gebunden ist, fordert die Weiterentwicklung der TTG zu einem "touristischen Kompetenzzentrum". Die Tourismus-Wirtschaft ist damit offenbar einverstanden. Die TTG solle im Zentrum stehen, sagt der Suhler IHK-Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas, wichtige Tourismusgebiete wie der Thüringer Wald sollten weiterhin, aber professioneller als bisher ihre eigenen Strukturen mit entsprechenden Schnittstellen haben. Dass damit die Gefahr besteht, alles könnte so bleiben wie bisher, stellte Minister Machnig energisch in Abrede. Er wolle nun auch die regionalen Interessen hören. In wie weit sie berücksichtigt würden, sei eine andere Frage.
Sein Fahrplan, der sich nahezu vollständig bereits im Koalitionsvertrag findet, sieht vor, zunächst das Image Thüringens bei den Touristen zu untersuchen und zugleich die TTG und die anderen Tourismus-Organisationen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Zum Jahresende will Machnig dann neben der Tourismus-Strategie, die sogenannte Leuchtturm-Projekte besonders fördern will, ein neues Marketing-Konzept vorlegen. Strittig ist allerdings, ob die bisherige Tourismus-Werbung Thüringens komplett eingestampft wird. Pieterwas sprach sich mit Blick auf die bereits ausgegebenen Gelder dafür aus, sie weiterzuführen. Machnig hält davon nichts.
Der Minister kündigte außerdem die Bildung eines Tourismus-Beirates unter seiner Leitung an, der einige Male im Jahr die Probleme erörtern soll. Eines wurde ihm schon gestern übermittelt. Demnach besteht in der Thüringer Hotellerie ein "Investitionsstau". Die Unternehmen haben laut Machnig massiv in den 90er Jahren investiert und leisteten bis heute Rückzahlungen. Allerdings bestehe bereits neuer Bedarf. Im vorigen Jahr seien durchschnittlich lediglich 2.890 Euro pro Unternehmen investiert worden. "Dafür können sie fünf Stühle kaufen", sagte der Minister.
Offen ließ er, wie er das Problem zu lösen gedenkt. Geplant ist nun ein weiteres Gespräch mit Hoteliers. Damit gibt es in dieser Frage ebenfalls einen Fahrplan. Doch irgendwann muss der Bus auch ankommen.



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