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Ressort Thüringen
Erschienen am 04.02.2010 00:00
Umwelt
Zella-Mehliser Müllofen: Menge sinkt, Preis steigt
ZASt plant höhere Gebühren und nur noch 90 000 Tonnen Hausabfall pro Jahr

Zella-Mehlis - Der Südthüringer Zweckverband ZASt rechnet mit einer weiter sinkenden Auslastung der Müllverbrennungsanlage in Zella-Mehlis mit heimischem Abfall und stellt sich auf eine Gebührenerhöhung ein. Dies geht aus dem ZASt-Wirtschaftsplan für die nächsten fünf Jahre hervor, der Freies Wort vorliegt. Demnach plant der ZASt ab 2011 nur noch 90 000 Tonnen Haushaltsabfall aus der Region zur Verbrennung in der verbandseigenen Anlage ein. Das entspricht einem Minus von 25 Prozent gegenüber den vor dem Bau erwarteten 120 000 Tonnen. Dieses Mengenziel hatten Kritiker stets als zu hoch bezeichnet.

Das Entgelt für eine Tonne Haushaltsmüll soll dem Wirtschaftsplan zufolge "vorbehaltlich einer genauen Kalkulation" ab 2011 von jetzt 131 auf 138,50 Euro steigen, also um 5,7 Prozent. Dieser Betrag wird den kommunalen Entsorgern für die Anlieferung an den Müllofen berechnet. Zusammen mit den örtlichen Abfuhrkosten fließt dieser Tonnenpreis in die Abfallgebühren ein, die Privathaushalte in Südthüringen zahlen müssen. Über eine Entgelterhöhung beim Müllofen müsste der ZASt Ende diesen Jahres entscheiden. Dem ZASt sind Suhl, Eisenach und alle Südthüringer Landkreise mit Ausnahme des Ilmkreises angeschlossen. Diese Kommunen entscheiden eigenständig über die Preise für den Endverbraucher.

Mit der Entgelterhöhung wäre die Verbrennung in Zella-Mehlis beim Hausabfall teurer als andere in der Region. Der Müllofen in Coburg berechnet den Kommunen 113 Euro pro Tonne; der Ilmkreis zahlt für seinen in Leuna verbrannten Haushaltsmüll 138 Euro einschließlich Transport.

Um den Zella-Mehliser Müllofen mit seiner Jahreskapazität von 160 000 Tonnen auszulasten, muss der ZASt noch mehr frei gehandelten Gewerbemüll und Klärschlamm verbrennen - dem Plan zufolge künftig 60 000 Tonnen. Für Gewerbeabfall jedoch können angesichts der Überkapazitäten bei der Müllverbrennung inzwischen nur noch 70 (statt einst kalkulierter 95) Euro pro Tonne erzielt werden. Wegen des höheren Heizwerts von Gewerbemüll kann damit mehr Strom erzeugt werden; dies erklärt die angesichts des Müllrückgangs moderate Entgelterhöhung. er

 
 

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