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Ressort Regional
Erschienen am 19.03.2010 00:00
Berufsorientierung
Ziel: Schüler in der Region halten
Lutherschule bereitet junge Leute mit verschiedenen Projekten auf Berufswahl vor
Von Heike Jenzewski
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Die Jugendlichen nahmen im Seniorenheim auch an der Gymnastik teil - hier Anne Geneberg mit Anni Ernst und Ruth Bickel.
Bild:  

Zella-Mehlis - "Es gehört zum Bildungsauftrag der Schule, junge Leute aufs Leben, auch auf die Arbeitswelt, vorzubereiten", sagt Simone Oehring. Der Satz liest sich profan. Doch wenn ihn die Beratungslehrerin der Lutherschule spricht, dann sprüht sie vor Energie. Gestern gingen an der Regelschule die Projekttage zur Berufsorientierung zu Ende, und auch Simone Oehring erfüllte das Vorhaben mit Leben, machte sozusagen aus der Pflicht eine Kür.

Seit vielen Jahren gibt es an der Lutherschule ganz verschiedene Bausteine zur Berufsvorbereitung: Den "Berufsstart Plus" ab Klasse 7; die sogenannte "Individuelle Abschlussphase" vor allem für Hauptschüler mit starkem Praxisanteil; ein Projekt gemeinsam mit der Handwerksammer, bei dem sich Berufseinstiegsbegleiterin Christiane Scholz darum bemüht, junge Leute möglichst ohne Zwischenstop in eine berufliche Ausbildung zu vermitteln. Und schließlich sind da seit vielen Jahren die Projekttage zur Berufsorientierung, die gestern und vorgestern stattfanden.

Die Vielfalt der Angebote ist dabei eines der Erfolgsrezepte: "Die jungen Leute müssen möglichst viel ausprobieren, brauchen verschiedene Gesprächspartner, damit sie tatsächlich eine Ausbildung finden, die ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht", weiß Simone Oehring. Wenn sie sich möglichst schon in der Schulzeit auch mit den Berufsanforderungen vertraut machen können, dann bliebe manchem vielleicht ein Abbruch der Lehre erspart, ist ihre Erfahrung.

Ganz nach Schülerwünschen

"Natürlich könnten wir die Schüler auch vor eine Internet-Plattform setzen, damit sie sich die Berufsbilder ansehen. Aber es ist doch ganz was anderes, wenn sie mit Auszubildenden, Ausbildern oder Mitschülern reden", macht die engagierte Beratungslehrerin deutlich. Für die gerade absolvierten zwei Projekttage konnten die 22 Haupt- und Realschüler der beiden 9. Klassen drei Berufsfelder aufschreiben, zu denen sie gern mehr erfahren würden. Mit Johanna Hill, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit, suchte die Beratungslehrerin die zu den Wünschen passenden Unternehmen heraus. "Wir wollen ja auch möglichst erreichen, dass die Schüler in der Region bleiben. Und da bin ich wirklich allen Firmen dankbar, die uns so gut unterstützen. Das ist nicht selbstverständlich", weiß die Lehrerin.

Vier Informationsrunden wurden schließlich zusammengestellt, die am Mittwochvormittag in der Schule stattfanden. Das Besondere: Auch diese wurden von Schülern selbst mitgestaltet. Sieben der Neuntklässler absolvieren nämlich wöchentlich mittwochs einen Praxistag in Zella-Mehliser Unternehmen, in einer Kindertagesstätte, beim Friseur oder in der Gastronomie. Sie hatten natürlich aus eigenem Erleben viel zu erzählen! Einer von ihnen ist Joseph Nevermann, der bei Präzisionsteile Anschütz ausprobiert, ob ihm der Beruf des Feinwerkmechanikers liegt. Gemeinsam mit Geschäftsführer Sebastian Anschütz bereitete Joseph eine Power-Point-Präsentation vor, in der er den Mitschülern Beruf und Unternehmen vorstellte. Der Firmenchef, der übrigens selbst in der Lutherschule lernte, berichtete zudem über Qualifikationsmöglichkeiten und hatte Teile mitgebracht, die in seinem Betrieb gefertigt werden.

Am Nachmittag standen Exkursionen in weitere Firmen und Einrichtungen an. Einige Schüler hatten sich für einen Besuch im DRK-Seniorenheim entschieden. Dort absolvierten sie mit den Bewohnern einen Gymnastikkurs und erfuhren von Silvana Hopf, im DRK-Kreisverband Suhl für Azubis, Praktikanten und das Freiwillige Soziale Jahr zuständig, Wissenswertes über Pflege- und soziale Berufe. Jasmin möchte wie ihre Mama Altenpflegerin werden, Sarah wie Mutti und Oma lieber Kindergärtnerin. Felix interessiert sich für die medizinische Richtung vielleicht als Pfleger in einem Krankenhaus.

Gestern standen für die Schüler noch verschiedene Arbeiten in Auswertung des Praxistages auf dem Stundenplan. Sie sollten einen Bericht für die Schülerzeitung schreiben, eine Wandzeitung gestalten oder einen Berufssteckbrief. Simone Oehring kann sich sicher sein, dass mit dem aktuellen Projekt zwei weitere Ziele der Berufsorientierung an der Lutherschule erfüllt wurden: nämlich, den Stolz zu wecken auf die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten in der Heimat und das Bewusstsein zu entwickeln, dass jeder auch selbst für seine Berufswahl Verantwortung trägt.

 
 

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