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Hildburghausen - Ein weiterer großer Schritt zu einem Gesundheitswegweiser im Landkreis wurde jetzt mit der Präsentation des "Rezeptes für Bewegung" getan. "Der Gesundheitswegweiser soll dafür da sein, dass das Netzwerk greift", erläuterte Landrat Thomas Müller. Im Netzwerk haben sich nun die Sportbünde, Sportvereine, Ärzte, Apotheken und Krankenkassen zusammengetan, um für mehr Bewegung, also einer Gesundheitsförderung durch sportliche Betätigung, zu sorgen.
Ausdrücklich dankte Müller Marion Seeber und ihrem Team "die unermüdlich diese tolle Idee in die Herzen und Köpfe der Menschen getragen hat." Marion Seeber ist Sachgebietsleiterin im Kreisentwicklungsamt des Landkreises. Diesem Dank schlossen sich auch die weiteren Referenten an. So beispielsweise Rolf Beilschmidt: "Die engagierte und kompetente Arbeit von Marion Seeber hat maßgeblich dazu beigetragen den Wegweiser und das Netzwerk im Landkreis zu installieren", so der Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes.
Die Broschüre "Wegweiser Gesundheitssport" beinhaltet die verschiedenen gesundheitsorientierten Bewegungsangebote der regionalen Sportvereine. Zudem werden Interessenten gleich mit den Kontaktdaten der jeweiligen Vereine versorgt. Die besten Angebote sind gesondert mit dem Qualitätssiegel "Sport pro Gesundheit" ausgewiesen. Dabei handelt es sich um Angebote, die von der Landesärztekammer und dem Landessportbund qualitativ geprüft wurden. Insgesamt neun Qualitätssiegel konnten im Landkreis schon vergeben werden. "Eine Zahl auf der man aufbauen kann, die aber ausgebaut werden muss. Das Potenzial dafür ist vorhanden", erklärte René Michael, Vereinsberater im Kreissportbund.
Besonderen Wert legt man darauf, dass auch die Ärzteschaft mit im Boot ist. Denn mit ihrem Fachwissen müssen sie mitentscheiden, wer welche sportliche Betätigung in welchem Maße durchführen kann. Verschiedene Vorerkrankungen und verschiedene Ziele bedingen verschiedene Trainingsmaßnahmen. Darum wird den Ärzten mit dem sogenannten "Rezept für Bewegung" ein eigenes Instrument an die Hand gegeben. In der Tat sieht dieser Zettel einem ärztlichen Rezept ganz ähnlich. Auf ihm kann der Mediziner vermerken, welches Training für den Patienten angestrebt werden sollte. Mit diesem Rezept können Patienten bei einem der Sportvereine dreimal kostenlos am Schnuppertraining teilnehmen, um herauszufinden, ob es das Richtige für sie ist. Erst danach wird eine Gebühr oder die Mitgliedschaft im Verein fällig.
"Begreifen sie Sport ruhig als Medikament", empfahl die Sportmedizinerin Johanna Hübscher von der Uni Jena den anwesenden Ärzten. Ähnlich wie beim Verschreiben von Tabletten müsse auch hier darüber entschieden werden was, wie oft und in welcher Dosierung den bestmöglichen Erfolg erziele. Und das nicht nur zur Behandlung sondern vor allem zur Prävention von Krankheiten.
Vollständig wird das Programm und das Netzwerk bis Mitte des Jahres eingeführt. Nach dem Landkreis Greiz wäre es erst das zweite seiner Art im gesamten Freistaat.


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