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Ressort Regional
Erschienen am 10.03.2010 00:00
Handel
Miteinander im Sinne Oberhofs
Dietrich Grünewald, neuer Vorsitzender des Gewerbevereins, spricht über Ziele

Oberhof - Seit fast sechs Wochen ist die neue Spitze des Gewerbevereins im

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Dietrich Grünewald
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Amt. Über Ziele und Vorhaben, das ganzheitliche Entwicklungskonzept und die Rennsteig-Therme war Freies Wort mit Dietrich Grünewald, neuer Vorsitzender des Vereins, im Gespräch.

Herr Grünewald, Sie führen seit Ende Januar die Geschicke des Vereins. Worin sehen Sie Ihre wichtigsten Aufgaben?

Mir liegt viel daran, dem alten Vorstand für seine Arbeit zu danken. Ich bin froh, dass mit Frank Meyer vom Rennsteiggarten und Hardy Köhler vom Exotarium zwei bewährte Vorstandsmitglieder weiterhin zur Leitung gehören. Unsere erste gemeinsame Bewährungsprobe war der Olympiaempfang Anfang März. Diese haben wir gut gemeistert. Wichtigstes Anliegen des neuen Vorstandes ist es, dass der Gewerbeverein sich nicht nur als Vertreter seiner Mitglieder versteht, sondern die Interessen aller Gewerbetreibenden des Ortes vertritt und völlig parteienunabhängig arbeitet. Unser Ziel: Gemeinsam mit dem Bürgermeister, den Stadträten, der Tourismus GmbH und weiteren Entscheidungsträgern alles dafür zu tun, dass Oberhof noch attraktiver wird, die Gästezahlen weiter steigen und sich der positive Trend fortsetzt. Mein Wunsch ist es, dass die Gewerbetreibenden als stärkste Wirtschaftskraft der Stadt vor wichtigen Entscheidungen einbezogen werden. Beispielsweise wenn es darum geht, ein Hotel am Grenzadler zu errichten. Im Vordergrund muss doch stehen, den Ort zu beleben und nicht die Gäste an die Peripherie zu delegieren.

Welche Vorhaben stehen für 2010 im Arbeitsplan?

Mit dem Arbeitsplan für dieses Jahr wird sich der Vorstand in seiner Sitzung am 11. März beschäftigen. Ein wichtiges Kriterium unserer Arbeit wird auf jeden Fall sein, mit der Tourismusgesellschaft enger zusammenzuarbeiten. Hier gibt es noch Reserven. Wir wollen für die Gewerbetreibenden Möglichkeiten schaffen, an Messen teilzunehmen oder sich an Werbeauftritten zu beteiligen. Bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin in dieser Woche sind einige Hotels und Pensionen bereits mit Prospekten und Auslagen vertreten. Dem Vorstand liegt seit einigen Tagen auch das neue Marketingkonzept der Tourismus GmbH vor. Wir haben uns mit Vertretern zu einer ersten Beratung getroffen, um Vereinsfeste, Stadtfeste und weitere Veranstaltungen zu koordinieren. Unsere Vorstellungen gehen dahin, Stadtfest, Vereinsfest und Köchefest zu einem großen Höhepunkt gestalten zu wollen. In Vorbereitung des 25. Jahrestages der Stadtwerdung Oberhofs plant der Gewerbeverein ein Jubiläumsfest für August oder September.

An der Erarbeitung des ganzheitlichen Entwicklungskonzeptes war auch der Gewerbeverein beteiligt. Ist er ebenso in die Umsetzung eingebunden?

Die bisherige Vorsitzende Tina Kaspar hat an der Vorbereitung aktiv mitgearbeitet. Sicher werden wir auch in die Umsetzung integriert. Nach Auffassung der Oberhofer sollte die Zeit der Konzepte, Planungen und Gutachten endgültig vorbei sein. Sie wollen jetzt Taten sehen.

Sie sind zugleich Mitglied der Bürgerinitiative "Rettet die Rennsteig-Therme". Haben Sie noch die Hoffnung, dass sich Ihre Forderung nach der sofortigen Wiedereröffnung noch erfüllt?

Beide Funktionen kann man nicht trennen. Jeder Oberhofer und jeder Gewerbetreibende hat ein großes Interesse an einer schnellstmöglichen Klärung der Problematik. In dieser Woche erreichte die Bürgerinitiative ein Brief von Wirtschaftsminister Matthias Machnig. Wir haben uns sehr gefreut, dass er unsere Korrespondenz, die auch an Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht ging, mit viel Interesse gelesen hat. Leider gibt es keine neuen Ergebnisse. Eine Entscheidung ist nach seinem Schreiben erst für Sommer zu erwarten. Wir befürchten deshalb, dass hier bewusst Zeit verzögert wird, damit man am Ende stichhaltige Gründe hat, die Therme umzufunktionieren und den lange geplanten und favorisierten Neubau durchzusetzen. Für alle Steuerzahler wäre es im Übrigen sehr interessant zu erfahren, wie viele Gelder bereits für die vielen Gutachten und Planungen sowie für das geschlossene Bad ausgegeben wurden.

In den vergangenen Jahren blieben die Vorsitzenden des Gewerbevereins meist nur kurze Zeit im Amt. Wie lange werden Sie durchhalten?

Meine Absicht ist für lange Zeit. Jedenfalls habe ich vor, Vorsitzender zu bleiben, bis ich ins Rentenalter eintrete, wenn mich die Mitglieder wieder wählen. Ich hoffe, dass es gelingt, schon in der ersten Wahlperiode viele unserer Ziele zu verwirklichen. Das geht natürlich nur gemeinsam. Die häufigen Wechsel an der Spitze des Gewerbevereins hatten unterschiedliche Ursachen. Es ist sicher nicht einfach, beispielsweise an ein Hotel gebunden zu sein und dennoch die Interessen aller Gewerbetreibenden zu vertreten. Es gibt in Oberhof viele aktive Hoteliers und Gastronomen, die jederzeit in der Lage wären, im Vorstand mitzuarbeiten, aber bei der entscheidenden Frage, sich an die Spitze zu stellen, gekniffen haben.

Wie viele Mitglieder zählt der Verein derzeit?

Dem Verein gehören gegenwärtig 49 Mitglieder an. Von neun weiteren Gewerbetreibenden liegen Anträge zur Aufnahme vor, die in der nächsten Mitgliederversammlung im April aufgenommen werden sollen.

Interview: Beate Kiesewalter-Henkel

 
 

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