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Ressort Regional
Erschienen am 09.03.2010 00:00
Bertholdsburg
Museum - es zeigt, lehrt, forscht
Landkreis und Stiftung Schlösser und Gärten stellen die Weichen schon bis zum Jahr 2020
Von Karin Schlütter

Schleusingen - Mit 20 493 Besuchern kann das

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Schätze aus der Gymnasialbibliothek sogenannte Wiegendrucke, wurden im vergangenen Jahr für rund 8000 Euro restauriert, darunter das älteste Buch der Sammlung, "Das Leben der Heiligen Hedwig", das ein Barfüßermönch im Jahre 1424 in deutscher Sprache geschrieben hat. Rosika Hoffmann stellte die kostbaren Bände vor.
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Naturhistorische Museum Schloss Bertholdsburg wieder auf einen leichten Aufwärtstrend verweisen. "Es kamen 556 Gäste mehr als 2008 und 1693 mehr als im Jahre 2007", zieht Ralf Werneburg beim gestrigen Pressegespräch die Bilanz des Jahres 2009. Landrat Thomas Müller und Helmut-Eberhard Paulus, der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sehen auch für die Zukunft des Hauses gute Chancen. "Der Landkreis als Träger des Naturhistorischen Museums steht auch in Zukunft dazu", betont Thomas Müller. "Er hat schon im November mit dem Kreishaushalt die Weichen gestellt und im Verwaltungshaushalt rund 450 000 Euro (Einnahmen 150 000, Ausgaben 600 000) plus 70 000 Euro im Vermögenshaushalt für das Kreismuseum eingestellt." Es sei wichtig, das Museum und die Burg in den Fokus zu rücken. Schließlich werde hier nicht nur gezeigt, sondern auch gelehrt und geforscht.

Mineralausstellung, Teil 2

Die Museen gelten neben den Schulen als wichtigste Bildungseinrichtungen. Die museumspädagogische Arbeit in der Bertholdsburg nimmt nicht von ungefähr einen wichtigen Platz ein. Während der 114 museumspädagogischen Veranstaltungen waren im vergangenen Jahr 1704 Mädchen und Jungen hier zu Gast. Gefragteste Veranstaltungen waren die über die Waldtiere (32), das Papierschöpfen (24) und die Fossilien (22). Kindergeburtstage im Museum zu feiern, auch dieses Angebot wird mehr und mehr genutzt, 2009 waren es 18 Veranstaltungen mit 151 Personen.

Ein besonderer Höhepunkt war die Wiedereröffnung des ersten Teils der ständigen Ausstellung "Minerale - Faszination in Form und Farbe" durch die Deutsche Edelsteinkönigin am 6. März 2009. "Das neue Edelstein-Kabinett mit einer mannshohen Amethyst-Druse, die Schneekopfkugeln aus dem Thüringer Wald und der Blick in die Bleßberghöhle, sind die Publikumsrenner dieser Ausstellung". Die Ausstellung soll voraussichtlich bis Jahresende um vier Räume ergänzt werden. Sie werden Minerale aus dem Bergbau Thüringens, vom Gold bis zum Flussspat, zeigen. Die Stiftung Schlösser und Gärten wird die baulichen Voraussetzungen dafür schaffen.

"Es gibt keinen Stillstand", betont der Landrat und lobt das große Engagement der Stiftung für die Bertholdsburg und das Museums-Team, das innovativ und eigenständig tätig sei, um die Attraktivität des Hauses zu erhöhen.

Zwingermauer wird saniert

Helmut-Eberhard Paulus weiß zwar noch nicht, welcher Etat der Stiftung zugeteilt wird, hat doch das Land noch keinen Haushalt beschlossen. Er hat aber 150 000 Euro für die Bertholdsburg eingeplant. Neben der baulichen Hülle für die Mineral-Ausstellung, soll das Geld im die Sanierung der Zwingermauer im Bereich des Altantores fließen. Die Stadt Schleusingen stelle dafür auch Mittel aus der Städtebauförderung zur Verfügung. Auch die Brandmeldeanlage soll in diesem Jahr je zur Hälfte von Stiftung und Landkreis auf den neuesten Stand gebracht werden.

Die Stiftung hat kontinuierlich Mittel für die Bertholdsburg eingestellt. Im vergangenen Jahr 194 000 Euro, unter anderem, um die veraltete Heizungsanlage komplett zu erneuern. Die Bertholdsburg, erinnert Helmut-Eberhard Paulus, sei in 1998 Jahren die erste Burg in Verantwortung der Stiftung, in der die Altlasten-Sanierung abgeschlossen wurde. "Es ist das erste Objekt von dem wir verkünden konnten: Es ist nicht mehr baufällig. Auch wenn noch viel zu tun sei, bauen wir Schritt für Schritt ein Stück an der Zukunft dieses Hauses." Die Bertholdsburg werde zu drei Vierteln vom Museum genutzt. Noch nicht genutzt und saniert sei der Südflügel mit den repräsentativsten Räumen der Bertholdsburg.

Vielleicht könnte der Festsaal der Henneberger 2016 wieder in neuem Glanz erstrahlen, deutet er schon mal an.

Ein Fahrplan für die Entwicklung des Museums bis 2020, kündigt Ralf Werneburg an, soll jetzt gemeinsam mit Stiftung und Landkreis beraten werden.

Großes Interesse beim gestrigen Pressegespräch fanden Schätze aus der Hennebergischen Gymnasialbibliothek, die im vergangenen Jahr restauriert wurden. Die Inkunabeln, in beweglichen Lettern vor 1500 gedruckte Bücher, gehören zu dem wertvollsten Bestand der Hennebergischen Gymnasialbibliothek. Sie ist die älteste neben der Bibliothek des Hennebergischen Geschichtsvereins und Naturwissenschaftlichen Bibliothek.

 
 

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