Vachdorf. Der Heimatverein Vachdorf, der sich insbesondere auch um die Biotope auf dem Krayenberg kümmert, hält die Einzäunung des Areals, auf dem schützenswerte Pflanzenarten beheimatet sind, für dringend erforderlich. Ein entsprechender Antrag wurde vom Gemeinderat in der jüngsten Sitzung befürwortet.
Es ist der Hausberg der Vachdorfer und er ist ein besonderes Kleinod im Kulturlandschaftspark Oberes Werratal – der Krayenberg. Von seinem Plateau aus hat man einen wunderbaren Ausblick ins Werratal. Bei klarem Wetter kann man bis zur Rhön und zum Kamm des Thüringer Waldes schauen. Gleich hinter der Bahnlinie, die den Ort tangiert, fällt das Plateau des Krayenbergs zur Werra hin steil ab. Der felsige Steilhang, der im Frühjahr und Sommer von der Sonne verwöhnt wird, ist Heimat einer zum Teil seltenen Pflanzen- und Tierwelt. Es gibt hier verschiedene Biotope.
Besonderes Stück Natur
Damit diese nicht zerstört werden, wurde der Krayenberg im Juli 1983 zum Flächennaturdenkmal (FND) erklärt. Da die Umgrenzung des FND aber nicht alle schützenswerten Flächen am Krayenberg umfasste, ist das Areal erweitert und 1995 als Geschützter Landschaftsbestandteil (GLB) neu ausgewiesen worden.
In eine dominierende Position hineingewachsen war über Jahrzehnte hinweg die Schwarzkiefer auf dem Krayenberg. Die Bäume waren in den 1930er Jahren auf diesem vormals kahlen Felsen angepflanzt worden. Aus Erzählungen älterer Vachdorfer weiß man, dass der Krayenfelsen früher, als es dort noch keine Schwarzkiefern gab, im Frühjahr über und über mit den weißen Blüten der Anemonen bedeckt war, was ein ganz besonderes Naturschauspiel gewesen sein soll. Auch eine Vielzahl seltener Pflanzen wuchsen hier.
Zurück zum Urzustand
Als sich dann die Schwarzkiefern ausbreiteten, wurden die Lebensräume für diese Pflanzen immer weniger. 2001 beschäftigte sich der Gemeinderat mehrfach mit der Frage, ob der Schwarzkieferbestand auf dem Krayen auf ein Minimum reduziert werden sollte. Damals gab es zwei Lager in Vachdorf – die einen befürworteten das Abholzen, andere hingegen warnten vor einer solche Radikalaktion, die sie für unnötig und als nicht gerade vorteilhaft für das Gesamtbild des Berges verurteilten. Schließlich fand man einen Kompromiss, indem einige der Bäume stehenblieben.
Mittlerweile hat man sich längst an den veränderten Anblick des Krayenberges gewöhnt und die Biotope konnten sich regenerieren. Nach aktuellstem Stand wurden 149 Blütenpflanzenarten auf dem Krayen nachgewiesen. Das sind 50 Arten mehr, als in dem Gutachten 1994 festgestellt wurden. Darunter sind 21 Pflanzenarten, die in der Roten Liste Thüringens und Deutschlands erfasst beziehungsweise nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt sind. Dazu gehört unter anderem die Bibernell-Rose, eine Art, die als stark gefährdet eingestuft wird. Zehn Jahre lang hat der Heimatverein das Areal unterhalb der Schutzhütte gepflegt, um Wildwuchs und Verbuschungen zu verhindern. Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen, wie auch Vachdorfs Bürgermeister Richard Korsch in der Gemeinderatssitzung betonte. Jetzt soll das Areal eingezäunt werden. Geprüft wird, ob im Sommer nicht Bergziegen dort gehalten werden können, die den Wildwuchs abknabbern und so dem Verbuschen Einhalt gebieten. Bürgermeister und Gemeinderat unterstützen das Vorhaben des Heimatvereins. Die Gemeinde will Maschendrahtzaun für das Einzäunen zur Verfügung stellen. Der Antrag wurde jetzt an die Untere Naturschutzbehörde weitergereicht. (kb)
Natur
Ein Schutzzaun für seltene Pflanzen
Auf dem Krayenberg bei Vachdorf wachsen 21 Pflanzenarten, die als besonders schützenswert gelten
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