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„Meine Wurzeln habe ich in Meiningen“
Jacqueline Prediger steht heute mit Modern Style auf der Bühne
Meiningen. Heute Abend ist Jacqueline Prediger wieder ganz in ihrem Element, wenn sie mit den Modern Style Dancers zur Jubiläums-Sitzung der Meininger Karnevals-Gesellschaft über die Bühne des  Robotron-Saales wirbelt.

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Jacqueline Prediger ist nach ihrer Ausbildung in Bayern in ihre Heimatstadt Meiningen zurückgekehrt und hat sich vor zwei Jahren selbstständig gemacht.
Bild: Eva Gebhardt

Da wird sie unter anderem wieder in die Rolle eines Showgirls schlüpfen – mit diesem Tanz wurde Modern Style unter Leitung von Silke Schulz im vergangenen Herbst thüringischer Landesmeister. Ganz sicher werden dieTänzerinnen dabei mit ihrer verruchten Show – Marylin Monroe lässt grüßen – das Meininger Publikum begeistern. Heute Abend ist es für die Tanz-Crew eher Spaß und Vergnügen, auf der Bühne zu stehen. Ernst wird es wieder am 7. März, wenn Modern Style in Hannover um den Einzug in das Finale der Deutschen Meisterschaft tanzen wird.

Ausgleich

Für die 25-jährige Meiningerin ist der Tanzsport willkommener Ausgleich zu ihrem beruflichen Alltag im Sonnenstudio. Das regelmäßige Training tut der Gesundheit gut. Und sie „braucht den Freundeskreis“, den sie hier  hat, für die Seele.

Dies sei mit ein Grund dafür gewesen, dass sie nach ihrer Ausbildung in Bayern zur Fotografin  gerne in ihre Heimatstadt Meiningen zurückgekehrt ist.

Von 2003 bis 2006  hat sie ihre Lehre beim Murnauer Fotografen Willi Wagner absolviert, die Berufsschule besuchte sie in München. Einen Büro-Job konnte sich die sympathische junge Frau nie vorstellen. Etwas Künstlerisches sollte es schon sein – und mit Menschen wollte sie zu tun haben. So lernte sie zunächst Fotografin – „obwohl ich bei Schulfahrten niemals einen Fotoapparat mithatte“, schmunzelt Jacqueline heute. Schließlich machte ihr der Beruf doch Spaß. Ihr damaliger Chef hätte sie gerne übernommen, konnte es aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht, erinnert sie sich.

Was aber tun mit einem schönen Beruf in dem es aber nach der Ausbildung kaum Chancen auf eine Übernahme gab? Die meisten Fotografen arbeiten selbstständig in kleineren Fotoateliers. Da musste Jacqueline nicht lange überlegen. Der Schritt zurück nach Hause fiel ihr nicht schwer. Ganz im Gegenteil.

Zu dem Freundeskreis, den sie sich in Murnau aufgebaut hat, hält sie heute noch Kontakt. „Meine Wurzeln habe ich aber hier in Meiningen. Auch meine Mama hat mir unheimlich gefehlt“, gesteht sie heute. „Ich bin ein emotional verwöhntes Einzelkind, kann aber durchaus teilen“, schmunzelt sie. Ihre Mutter steht übrigens heute Abend gemeinsam mit ihr und den anderen Tänzerinnen von Modern Style auf der MKG-Bühne.

Zurück in Meiningen, arbeitete Jaqueline Prediger zunächst mit der Obermaßfelder Fotografin Jaqueline Hanf zusammen. „Irgendwie habe ich dann aber gespürt, dass die Fotografie auf Dauer nicht das ist, was ich mir als Hauptberuf vorstelle.“

Heute betreibt die junge Frau in der Georgstraße in Meiningen das Sonnenstudio City Sun. Als sie sich selbstständig machte, war sie gerade mal 23 Jahre alt. Der Schritt war mutig, bereut hat sie ihn aber bis heute nicht. Ein bisschen hat dabei Meister Zufall mitgeholfen. „Von alleine wäre ich sicher nicht so schnell auf die Idee gekommen“, räumt sie ein. „Aber ich war selbst hier Kundin, und die Vorbesitzerin fragte mich, ob ich das Sonnenstudio nicht übernehmen möchte. Ich hatte eine Festanstellung, arbeitete damals als Sekretärin in einem Betrieb. Das Angebot ließ mich aber nicht in Ruhe. Und ich überlegte: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Warum eigentlich nicht? Zu verlieren hatte ich eigentlich nichts.“

Und so ist Jacqueline Prediger seit 1. August 2008 selbstständig, hat inzwischen eine Auszubildende eingestellt. Und wenn mal Not am Mann ist, unterstützten ihre Mutter, ihr Freund und eine  Freundin sie.

Meiningen ist schön

Jacqueline hat sich in das neue Metier eingearbeitet und laufend weitergebildet. Momentan macht sie ein Kosmetik-Fernstudium. Ihre Wurzeln hat sie nun ziemlich fest im Meininger Boden verankert, auch ihr Freund ist hier zu Hause. Und so sieht sie ihre berufliche sowie private Zukunft in der Theaterstadt. Mit ihrem fotografischen Blick betrachtet sie ihre Heimatstadt inzwischen aus einer ganz besonderen Perspektive. Dabei habe sie festgestellt: „Meiningen ist sehr schön.“ Trotzdem könne sie verstehen, wenn junge Leute in große Städte oder gar andere Länder wegziehen. „Nachvollziehen kann ich das schon, wenn so mancher nach Österreich oder in die Schweiz geht.“ Abgesehen von den Chancen auf dem Arbeitsmarkt werde Jugendlichen hier einfach zu wenig geboten.

Für Jaqueline steht so etwas momentan aber nicht zur Debatte. Sie liebt ihren Beruf und ihr Hobby – das Tanzen. So wird sie auch heute auf der Bühne zum MKG-Jubiläum alles geben, damit die bunte Show  erneut die Herzen des närrischen Publikums in Meiningen erobern wird.
      Eva Gebhardt

 
 

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