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Arzt lobt Arbeitsathmosphäre im Meininger Klinikum
In Meiningen ein neues Zuhause gefunden
Dr. Steiner: Von der Großstadt in die Idylle
Meiningen.  „Ich kam an diese Klinik und dachte mir: Hier könntest du dich wohlfühlen. Die kurzen Wege, das interessante OP-
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Dr. Gabriel Steiner liebt seine Arbeit im Meininger Klinikum.
Bild: Kerstin Hädicke
Spektrum, die gute Kommunikation mit den Kollegen – das hat mir gefallen gleich bei meinem Antrittsbesuch.“

Dr. Gabriel Steiner hat in Meiningen seine neue Heimat gefunden, vor einigen Jahren die Stelle des Chefarztes der Urologie im Meininger Klinikum angetreten. Ein Großstadtmensch, der die Vorzüge der kleinen Stadt, der Provinz mit Charme, für sich entdeckt und hier sogar ein Haus gebaut hat. Dies auch äußerlich als Zeichen: Hier bin ich sesshaft.

Der gebürtige Budapester hat so manche Lebensstation hinter sich. Erlangen, Nürnberg, Karlsruhe, Baltimore, Bonn. Und jetzt Meiningen. „Wenngleich ich die Großstadt als solche schon vermisse. Es beginnt ja bereits, wenn ich ein Hemd mit Krawatte brauche. In Meiningen finde ich da meistens nicht das, was mir vorschwebt.“

Demgegenüber punktet das Meininger Theater, „das viele Grün, die Nähe zu besuchenswerten Erholungsorten, die Geruhsamkeit des kleinstädtischen Flairs, weniger Hektik, keine Staus“. Dr. Steiner nennt eine ganze Liste von Annehmlichkeiten, die ihn in Meiningen halten. „Viele Leute ziehen ja sogar aufs Land, um ihre Kinder dort groß werden zu lassen fernab der Gewalttätigkeiten einer großen Stadt. Ich habe zwar keine Kinder, genieße es aber nicht weniger, wenn im Winter das Land aussieht wie auf einer Modelleisenbahn.“ Und außerdem: Die Autobahn ist „um die Ecke“, ein Besuch von Erfurt, Weimar, München in kurzer Zeit bewerkstelligt.

„Ich komme wahnsinnig gut zuerecht mit meinen Nachbarn in Meiningen. Die haben mich akzeptiert – obwohl ich anderswo  oft genug diese Ossi-Wessi-Mentalität noch beobachte 20 Jahre nach der Wende.“ Gabriel Steiner hat elf Jahre lang in Ungarn gelebt. „Ich kenne auch die Jungen Pioniere und den ganzen Kram. Dann ist die Familie nach Nürnberg gezogen. Dort fühlte ich, der Ausländer, mich viele Jahre als Außenseiter. Ich musste mit elf Jahren schon erwachsen sein. Ich war der Fremde in der Klasse. Meine Muttersprache ist ja ungarisch, Deutsch habe ich bei unserem Umzug noch nicht gekonnt. Die ersten sprachlichen Schritte habe ich mit Hilfe von Comics gemacht. Ich wusste: Ich habe nur eine Chance, wenn ich so schnell wie möglich und gut Deutsch sprechen lerne. Viele der Spätaussiedler aus Ungarn, Rumänien, Polen sind in Förderschulen integriert worden, weil sie die Sprache nicht konnten. Ich bin heilfroh, dass mir das erspart geblieben ist.“

Ehrgeiz lebenswichtig

So gehöre auch heute noch ein gewisser Ehrgeiz zu seinem Leben, resümiert der Urologe. Ein Mann, dem nichts geschenkt worden sei. „Ich musste für alles, was ich bekommen wollte, hart arbeiten. In meinen ersten Schuljahren in Nürnberg, wenn mir die Worte fehlten, malte ich einfach, um mich bildhaft auszudrücken.“

Sein sehnlichster Wunsch sei immer schon gewesen, Arzt zu werden, schmunzelt Gabriel Steiner. „Ich wollte wissen, wie der Mensch funktioniert. Mich faszinierte: Bei Kopfschmerzen nimmt man eine Tablette – eine halbe Stunde später sind sie weg. Was passiert da? Ich liebe Biologie, Chemie. Habe nie eine Sekunde daran gedacht, zum Beispiel Betriebswirt zu werden …“

Der Mediziner beschreibt sich als selbstkritisch. Als Mensch, der Fehler immer zuerst bei sich sucht. „Ich strebe Perfektion an, obwohl ich weiß, dass ein Mensch, also auch ich, nie alles richtig machen kann.“

So manch schlaflose Nacht haben ihm seine Patienten bereits beschert. Auch wenn der Fachmann bekennt: „Man sollte einen gesunden Abstand zu seinem Beruf halten und ich nehme mir auch vor, die Klinik in der Klinik zu lassen, wenn ich abends nach Hause gehe. Sonst geht man vor die Hunde.“

Eher beschaulich

Über mangelnden „Trubel“ in der Klinik also könne sich der Arzt nicht beklagen. „Deshalb auch führe ich privat ein eher beschauliches, ruhiges Leben.“ Und taucht hin und wieder ab – ins Meer. „Tauchen ist eine faszinierende Welt, obwohl ich da kein Profi bin.“ Auch das Gärtnern rund ums eigene Haus über den Dächern Meiningens „macht mir Spaß. Wenngleich ich als Großstadtmensch da nur rudimentäre Kenntnisse vorweisen kann“.

Gabriel Steiners Eltern jedenfalls zeigen sich jedes Mal begeistert, wenn sie ihren Junior – immerhin der erste Arzt der Familie –  in Meiningen besuchen. Dieses Meiningen loben sie sich. „Naja, hier könnte freilich etwas mehr los sein …“, so der 44-Jährige mit einem spitzbübischen Lächeln. Kerstin Hädicke
 
 

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