Meiningen. Hochkarätiger kann man ein Jubiläum nicht feiern – es waren mehr Präsidenten gekommen als bei einem G-8-Gipfel.
Wer sich vier Jahrzehnte in Sachen Humor einen Namen gemacht hat, der hat viele Freunde landauf landab. Sie alle waren am Samstagabend gekommen zur Geburtstagsparty der Meininger Karnevalsgesellschaft (MKG). Offiziell in den Saal des Landratsamtes, doch für die Meininger Narren ist und bleibt es der Robotronsaal. Hat hier doch vor 40 Jahren alles angefangen.
Statt einer Festrede gab es eindrucksvolle Fotos aus diesen vier Jahrzehnten Karnevalsgeschichte – auf eine große Leinwand gebeamt, mit sparsamen Kommentaren und Episoden versehen durch Sitzungspräsident Dr. Günter Marek. Immer im Zusammenhang mit den jeweiligen politischen Großereignissen jener Jahre.
1970 – das erste Raumschiff ist auf dem Mond gelandet, Brasilien wurde Fußballweltmeister und in Meiningen wurde die MKG gegründet. 1975 – das Uno-Jahr der Frau – und in Meiningen kam bei der MKG der Rentnerfasching und der Kinderkarneval dazu. So wurden die Jahre in Erinnerung gerufen, bis zum Jahr 2009, dem bedeutendsten in der Geschichte der USA und der MKG – in beiden wurde ein neuer Präsident gewählt, Barack Obama und Rainer Enzian.
Mit den eigenen Pfunden mussten die Mitglieder der MKG bei dem vierstündigen Programm zur Geburtstagsparty nicht wuchern, die gibt es am kommenden Samstag bei der großen Prunksitzung zu sehen. Dafür hatten die Gäste – elf Vereine aus nah und fern waren gekommen – statt Blumen ihre besten Programmpunkte mitgebracht.
Und so gab es vier Stunden lang ein Feuerwerk der guten Laune, an dem alle Akteure ihren Anteil hatten. „40 Jahre – und kein bisschen leise, 40 Jahre Karneval feiern wir auf unsre Weise“, erklang der Eingangschor der MKG, ehe die Meininger Karnevalisten die Bühne ihren Gästen überließen.
Landrat Ralf Luther, der Träger des Ordens „Schwarzes Schaf“, hatte noch schnell seine Glückwünsche überbracht, bevor er nach Rosa fuhr, um in seinem Wohnort in die Bütt zu steigen. Bürgermeister Reinhard Kupietz, im schwarzen Anzug statt im Faschingskostüms, begründete sein Outfit „... weil’s im Rathaus eh jeden Tag närrisch zugeht.“ Wen nennen in der Reihe der Akteure des Programms? Die „wilden Kühe“ aus Kloster bei Bad Salzungen, die Tänzerinnen und Musiker aus Pfuhl bei Neu-Ulm, die Narren aus Wargolshausen, aus Suhl, Schleusingen, Bettenhausen und Viernau? Und dann schickte die MKG doch noch ein paar „Eigengewächse“ ins Rennen – die Modern Style Kids und die Modern Style Dancers. Schließlich sind die gerade zum wiederholten Male Thüringische Meister geworden und wollen nun auch bei den Deutschen Meisterschaften ein „Wörtchen“ mittanzen. (dws)
Ressort Meiningen
Erschienen am 07.02.2010 16:29
Fasching
Gala der Gäste vor eigener Prunksitzung
40 Jahre Meininger Karnevalsgesellschaft e.V. – eine Geburtstagsparty mit vielen Überraschungsgästen bis nach Mitternacht

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