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Ressort Feuilleton
Erschienen am 11.03.2010 00:00
Konzert
MDR-Orchester ehrt Schumann zum Jubiläum
Die "Rheinische Sinfonie" in Es-Dur zeugt von seltenen glücklichen Tagen des Komponisten
Von Frank Hommel

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Das Grab Robert Schumanns in Bonn. Im Juni jährt sich der Geburtstag des Komponisten zum 200. Mal. Grund genug für das MDR-Sinfonieorchester, Schumann beim Konzert am Samstag in Suhl gebührend zu würdigen. Foto: dpa/Archiv
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Gegen 19 Uhr am 2. September des Jahres 1850 erreicht der Zug den Köln-Mindener Bahnhof in Düsseldorf. Die Familie, die aussteigt, wird bereits erwartet. Der Städtische Musikdirektor Ferdinand Hiller begrüßt seinen Nachfolger. Blumen schmücken die Hotelzimmer, eine Liedertafel bringt den Ankömmlingen ein Ständchen, und am folgenden Samstag heißt sie ein großer Festakt willkommen. Es sind Clara und Robert Schumann, übergesiedelt aus Sachsen, wo das Glück besonders ihm bis dahin wenig hold gewesen war.

Beim Anblick des Kölner Doms

Im Juni jährt sich Schumanns Geburtstag zum 200. Mal. Nun räumt das MDR-Sinfonieorchester unter Jun Märkl dem Komponisten beim Konzert am Samstag großen Anteil im Spielplan ein. Neben der Ouvertüre der "Braut von Messina" erklingt die 3. Sinfonie Es-Dur, genannt die "Rheinische". Entstanden kurz nach dem Antritt der neuen Stellung. Der Empfang in Düsseldorf mag den 40-Jährigen nur ein wenig für sein Unbill, für fehlende Anerkennung, für Syphilis und manisch-depressive Schübe entschädigt haben. Er verlieh ihm jedenfalls frische Kräfte.

In den drei Konzertwintern, die Schumann Musikdirektor in Düsseldorf blieb, wurden 23 seiner Werke uraufgeführt, 16 davon allein in der ersten Saison. Von denen die Rheinische Sinfonie die weitesten Kreise zog und heute ein Standardwerk der romantischen Orchesterliteratur ist.

Sie zeugt von geistiger wie körperlicher Vitalität in diesen Jahren. Nicht selten war der Komponist ja in früheren Werken steckengeblieben, hatte Fragmente zurückgelassen, Versuche später noch einmal aufgegriffen. Der Ortswechsel tat ihm gut. Neue Eindrücke, das Gefühl der Anerkennung, ein gutes Orchester und ein interessiertes Publikum bildeten einen fruchtbaren Humus für neue Werke.

Drei Wochen nach ihrer Ankunft in Düsseldorf fuhren die Schumanns nach Köln. In ihrem Tagebuch notierte Clara Schumann später, wie der Anblick des Doms von der anderen Rheinseite aus die beiden entzückte, die Besichtigung ihre Erwartungen übertraf.

Es war dieser Anblick, der Schumann seinem Zeugnis zufolge den ersten Anstoß zur Sinfonie gab. Schon der Beginn ist erhaben. Strahlende Bläserakkorde und wundervolle romantische Harmonien prägen den Gesamtklang dieser Musik.

Preisgekrönter Pianist

Eingebettet in die beiden Stücke Schumanns erklingt in Suhl Beethovens 1. Klavierkonzert, gespielt vom 31-jährigen, preisgekrönten Herbert Schuch. Jahrelang hatte Beethoven an diesem Klavierkonzert gefeilt, bevor er es im April 1800 in Wien aufführte und seine virtuosen Fertigkeiten auf dem Klavier bewies. Carl Czerny schrieb über seinen Lehrer Beethoven: "Er bringt auf dem Clavier Schwierigkeiten und Effecte hervor, von denen wir uns nie etwas haben träumen lassen."

Das Konzert am Samstag mit dem MDR-Sinfonieorchester im Congress-Centrum Suhl beginnt 17 Uhr. Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen, etwa den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

 
 

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